Dienstag, 3. Oktober – Ankunft
Am Dienstag landete Mike nach einer wahren Flugtortur (Flug München – Madrid schon mit Verspätung, noch gesteigert durch eine weitere beim Flug Madrid – Málaga. Super, Iberia!) mit gut 3 Stunden Verspätung in Málaga. Und mit ihm kam der Temperatursturz. Ich hatte es am Montag scho in der Zeitung gelesen, dass die Temperaturen 4-5 Grad sinken würden. Gut, dann hats hier immer noch um die 25 Grad
. Ich bin jetzt stolzer Besitzer von unter anderem Weißwürsten, zwei Augustiner und einem weiteren Roman (Danke, Mike!).
Auf alle Fälle wollten wir eigentlich abends in Teatinos essen gehen, was aber aufgrund der Verspätung am letzten Bus und dem Schließen des Lokals scheiterte. Wir waren dann im “Las Papas” ne Kleinigkeit essen. Um anschließend nach einem kleinen Spaziergang durchs Zentrum auf die Alcazaba hochzumarschieren. Málaga bei Nacht… Danach saßen wir noch ein bisschen im Wohnzimmer und das wars dann auch schon für Dienstag (so früh wars da dann auch nicht mehr).
Mittwoch, 4. Oktober – Strandnachmittag und Fiesta am Plaza Mayor
Nachmittags fuhren wir nach El Palo an den Strand, was aber nicht sooo toll war, da einige Windböen schön den Sand in allen Körperöffnungen verteilte. Wir suchten uns dann etwas Windschutz und da gings dann besser.
Erstes Strandfoto, noch etwas bleich
Auf der Moooole
Tja, dat is besser als Herbstwetter in der Heimat
Dadurch dass Donnerstag die Uni ausfiel, gingen wir abends weg. Und zwar am Plaza Mayor. Der Plaza Mayor ist eigentlich ein Mega-Einkaufsort in der Nähe des Flughafens mit einigen Bars und Discotheken. An diesem Tag war Erstsemesterparty der Unistudenten. Was wir nicht wussten – das ganze startete schon am frühen Nachmittag. Wir kamen dort gegen halb 11 an und da war eigentlich nicht mehr viel los. Reingehen konnten wir erstmal nicht, da wir Getränke selbst dabeihatten (billiger). War aber kein Problem, da wir doch ein paar Leute waren und es vor dem Eingang auch so Stehtische gab.
Dort gab es eine Stange mit Entfernungen zu verschiedensten Städten der Welt. Äußerst witzig ist ja wohl das hier:
un poco loco…
Auf alle Fälle war der Abend recht lustig, hier nochmals 2 Fotos:
Dani und Vicky (beide aus Österreich), Max und seinem mexikanischen Mitbewohner
Rodeo… (der auf dem Tierchen kommt aus der Nähe von Regensburg)
Donnerstag & Freitag, 5. und 6. Oktober: Granada
Am Donnerstag gings dann gegen Mittag nach Granada. Eine wirklich schöne Stadt… Nach der Ankunft suchten wir erstmal die Wohnung von Sophie (aus Regensburg, die dort auch Erasmussemester macht) um unsere ganzen Übernachtungssachen loszuwerden. Dann marschierten wir quer durch die Altstadt an der mordsgroßen Kathedrale vorbei…
Catedral de Granada
…zur berühmten Alhambra, eines der bedeutendsten Bauwerke der islamischen Kunst im Maurischen Stil. Übersetzt heißt Alhambra zu deutsch “Die Rote”. Leider leider konnte ich keine Tickets mehr für die Innenbereiche der Burg ordern. Am Montag zuvor war ich bei der Bank, wo man die Karten kaufen kann. Um zu erfahren, dass von Mittwoch bis Sonntag alles total ausverkauft war (Es dürfen nämlich täglich nur ca. 7000 Besucher rein). Und ich dachte, die Tourizeit sei vorbei. Jedoch konnten wir die tollen Gärten und Außenanlagen besichtigen.
Und die sind wirklich sehr beeindruckend. Bezahlen muss man dafür selbstverständlich schon. Ich kannte sie ja schon, war aber trotzdem super. Ich hatte echt Schwierigkeiten, die besten Fotos auszuwählen.
Mein persönliches Highlight war, dass ich jetzt eine neue Freundin habe, die sehr zutraulich und zugänglich ist/war. Ich hab noch mehr Fotos davon, hier ne kleine Auswahl von ihr. Echt putzig…
Kurz darauf hat sie einen Baum anstatt meiner vorgezogen…
Hier ein Blick auf einen Teilbereich der Burg.
Wenn man überlegt, dass das alles mal Handarbeit war, kann man nur sagen: Respekt, Musulmanes!
Aber es gibt auch wirklich viele Touristen dort. Was jeder fotografiert, ist die Symmetrie hier (siehe gegenüberliegende Seite)
Hier unser “Guiri” bei seiner Lieblingsbeschäftigung (ok, ich war auch nicht anders
)
Und den Kopf hier kennt man ja auch
Ein paar Stunden hat das ganze dort oben gelaufen. Nicht zuletzt weil wir seltsamerweise immer gegen den Strom gegangen waren. Man muss sich halt auchmal von der Masse abheben. LOL. Der Blick auf das berühmte ehemalige maurische Wohnviertel Albaicin ist auch toll (sowohl Alhambra als auch Albaicin sind Unesco Weltkulturerbe):
Und hier die zwei Chaoten auf der Alhambra, müde und verschwitzt:
Das folgende “Kartoffelfoto” mit ganz speziellem Insidergruß. Die entsprechenden Leute wissen, was gemeint ist
Höhö
Nach der Besichtigung gings wieder den steilen Berg nach unten ins Viertel Albaicin mit seinen kleinen, verwinkelten Gassen, in denen man sich leicht verirren kann. Vor allem, wenn viele Straßen nicht im Stadtplan mit Namen angegeben sind. Von dort kann man endlich mal den gesamten Alhambraberg sehen:
Und nocheinmal ein Teil durch die Blume:
Einen Wahnsinnseindruck auf uns machte auch das hier:
Mal eben die Mauer durchgebrochen um die Haustür öffnen zu können
Wir marschierten in diesem Viertel, in dem die meisten Häuser weiß sind, kreuz und quer den Hang hinauf. Manche Teile sind ziemlich verfallen und ungepflegt, meist aber doch schön. Die Gassen und Wohnungen lassen doch den maurischen Stil erkennen. Ich möchte allerdings im Winter nicht diese steilen Berge mit dem Auto hochfahren… Oft auch schöne geschmückte Häuser und Gärten:
Das Einparken muss dort wirklich gelernt sein. Absolute Maßarbeit, wie man sieht:
Als wir dann recht weit oben waren hatte man nen guten Blick über einen Großteil der neben Sevilla im Sommer heißesten Stadt Europas.
Hier die Kathedrale
Das ganze im Licht der untergehenden Sonne
Und danach wurde es langsam Abend und wir machten uns auf den Rückweg zur Wohnung Sophies. Wir staunten allerdings nicht schlecht, als wir an einen Platz kamen mit Massen an Jugendlichen beim Botellon. Man ist ja von Malaga einiges gewohnt, aber abends um halb 8 war für mich doch etwas ungewöhnlich. Die Sophie erklärte uns dann, dass das (wie in Malaga am Dienstag am Plaza Mayor) die Erstsemesterfeiern seien, die von Mittags bis spät Nachts gehen. Crazy ist, dass die älteren Studenten den jüngeren Aufgaben geben, so eine Art Bewährungsprobe zur “richtigen” Aufnahme an der Uni. So musste zum Beispiel ein Junge in Boxershorts in eine Apotheke gehen (wurde zumindest so später am Abend von einem Spanier erzählt). Es gibt aber auch krassere Sachen… In Deutschland unvorstellbar.
Ja und dann kamen wir müde bei der Sophie an, um nach einem kurzen Spaziergang zum Supermarkt später mit anderen Deutschen und Spaniern wieder aufzubrechen in eine Bar. Was ich ganz toll finde: In Granada kosten die Tapas nichts. Pro bestelltem Getränk bekommt man eine Tapa. Echt super.
Später gingen wir dann auf verschiedene Plätze um uns dort mit Leuten zu treffen und un poco de Vino tinto (Rotwein) zu trinken. Irgendwann kommt dann immer die Polizei und man zieht einfach zum nächsten Platz. Das wird so geduldet von der Police. In Malaga wär das undenkbar, den Plaza de la Merced am Wochenende zu räumen…
Hier Mike, Sophie und rechts Ruth, die ebenfalls wie Sophie in Regensburg studiert
ABER: Granada bei Nacht hat einen sehr großen Haken: Tags zuvor hab ich im Wetterbericht gelesen: 6-8 Grad. Ich wusste zwar, dass es dort nachts recht schattig werden kann, aber dann doch nicht so. Ich hab dann nochmal von Malaga mit der Sophie telefoniert und sie meinte, ein Pulli reichte. Gut dass ich meinen wärmsten dabeihatte. Aber auch der war nicht ganz so ausreichend. Kommentar Sophie: “So kalt wars hier noch nie!” Hat der Wetterbericht doch nicht immer unrecht. Brrrrrrr… Aber wir habens ja überlebt. Die Spanne ist schon krass: Tagsüber knapp 30 Grad, nachts über 20 weniger. Da lob ich mir meine Küstenstadt.
Und hier noch ein Bild von einem Teil unserer Gruppe:
Ja, die anderen gingen dann noch in ne Disco, wir aber heim. War eh schon wieder spät genug. Die Sophie musste knapp 3 Stunden später raus um sich einzuschreiben, Mike und ich wollten den Bus um 11 Uhr zurück nach Malaga nehmen.
Hier sind wir in Sophies Zimmer, kurz bevors Licht ausging:
Am nächsten Morgen fuhren wir dann eben wieder zurück. Von Sophie verabschiedeten wir uns mit ein paar Zeilen, weil die sich nach der Uni wieder hingelegt hatte und wir die sicher nicht wecken wollten.
Schön wars dort. Danke für Alles, Sophie!
Freitag, 6. Oktober
Wir nutzten den Nachmittag für Strand. Mit Oliver (wir lesen jetzt beide fast täglich die spanischen Sport-Tageszeitungen. Bringt auch wieder was an Wortschatz).
Und mit Katharina und einer Freundin von ihr, die ebenfalls zu Besuch war:
und natürlich unserem Kater Mikesch. Ein schöner Rücken kann auch entzücken
Die Kehrseite der Medaille.
Abends dann noch etwas “Sound”-Erasmusdisco, das wars.
mit (v.l.n.r.) Adeline, ?, Annabelle (ales Franzosen) und oli
Samstag, 7. Oktober
Da ich ja den Mike nicht so bleich nach Hause gehen lassen konnte, gingen wir auch am Samstag und Sonntag nach El Palo an den Strand.
Der Abend war dann geprägt von Geburtstagen. Mike konnte leider nicht mit, da er etwas krank war. Zuerst gings zur Ilaria, einer Italienerin, mit der ich in der Sprachschule in der gleichen Klasse war. Und das war echt toll. Die gute Frau hatte sich nachmittas 5 Stunden in die Küche gestellt um ein typisches italienisches Essen zu zaubern. Weltklasse wirklich. In 3 Supermärkte musste sie gehn, um alle Zutaten zu bekommen (Ila war auch erstaunt, dasses dort so wenig Nudeln gibt. In Italien gäbs in den Supermärkten 1-2 “Calles” (eig. Straßen, hier eher Gänge), in Malaga nur ein kleines Regal). Auf jeden Fall gabs als Primera so ne Art Crepés gefüllt mit Champignons, Käse und noch mehr. Segunda war eine Art Auflauf mit Spinat. Für das, dass ich Spinat normal nicht mag, war das wirklich gut. Und als Nachspeise – wie könnte es anders sein – Tiramisu. muy muy rico! Wenn ich mal so kochen könnt…
.
Im Anschluss gings ans Singen mit Gitarre. Na, was wohl? Eros Ramazotti, Gianna Nannini, …
Hier Ilaria mit Gitarre und dem Text am Laptop
Da samma beim “Singen” (ähem…)
Mit (v.l.n.r.) Ilaria, Thomas, Katharina, Celine, Amina
Das angekündigte Tanzen blieb uns erspart. Statt dessen saßen wir dann noch ein wenig auf dem mordsgroßen Balkon (die Wohnung is echt toll, leider 25 Minuten zu Fuß vom Zentrum entfernt), wo Ila dann ihre Geschenke auspackte.
Dann ham wir sie noch hochleben lassen
mit Thomas. Oli hinter mehr sollte eigentlich den Rücken stützen.
Und dann noch a Gruppenbild mit Selbstauslöser:
hinten: Celine, Katahrina; Mitte: Ilaria, Melina, Silvia, Thomas, Oli; Vorne: Amina, ich
Danach (es war gegen halb 3) gings ins Zentrum. Zuerst auf die Alcazaba. Im Anschluss ging ich mit Oli noch zum zweiten Geburtstag. Reena, eine Australierin. Naja, Cumpleanos feliz muss man da dann doch auch noch sagen, wenn auch noch so spät. Wir warn da so gegen halb 5 drin.
in der Mitte das Geburtstagskind, die ich net ganz auf Australien geschätzt hätte.
Cheese… Zähne zeigen
Und dann haben wir das gemacht, was am Sonntag morgen ganz Spanien gemacht hat: Formula Uno. Alonso – Schumacher. Ferrari – Renault. Die Zeitungen berichteten quasi nix anderes mehr. Und das ganze morgens um 7 bei uns. Auch wenn wir alle müde waren. Mit meinem Mitbewohner Cris
und Oli…
… der wie ich nach ner bestimmten Zeit einschlief (Schumacher in Führung). Bis wir irgendwann durch Rufe geweckt wurden: “Si, si. Puto! Schumacher! Si, si! Jejejeje!” Das war der Moment, bei dem Schumi mit Motorschaden rausflog und dadurch Alonso quasi Weltmeister ist. Da konnt ich dann wenigstens ins Bett gehen. Wenigstens hatte La Selección am Abend vorher gegen Schweden 0-2 verloren. Höhöhö.
Sonntag, 8. Oktober
Im Zeichen der Ruhe und Erholung. Endlich gabs typisches Sommerwetter. Mit über 30 Grad, keinem Wind und tollem Wasser. Wir warn am Strand mit Jirka und seinem Besuchsfreund aus Alemania, Oli und Martin (die 3 Nordlichter spielten dann später Skat – eieiei
), der vorher Brot gebacken hatte. Es war ein Act, bis er das aus der Schüssel rausgeschnitten hatte. Essen am Strand. War sehr gut.
Martin und das Brot
Wir brachen zeitig auf, so dass wir noch vor 8 in die Alcazaba hineinkonnten. Der Eintritt ist sonntags kostenlos.
Mike im Zeichen der Sonne
Jo, und ich hab das fotografiert, was ich am liebsten mach: Den Himmel bei Sonnenuntergang:
Jo, und im Anschluss warn wir dann noch bei der Aussichtsplattform, wo wir in aller Ruhe gratscht ham und dazu a Bierchen getrunken.
Dienstag, 9. Oktober
Und heut gings dann gegen viertel 11 zum Flughafen. Leider schon so früh, weil ich dann Uni hatte. Und nach meinen 2 Stunden – des wär sich nicht so ganz ausgegangen.
Mike, die Woche war echt schön. Super, dasses mit dem Besuch geklappt hat!
So, das war eine Woche.
Da hier am Donnerstag Nationalfeiertag ist, werd ich mit Oli Mittwochnacht mit dem Bus nach Madrid düsen, wo wir Donnerstagmorgen ankommen. Dort wohnen wir 3 Tage im Zentrum in einem Hostel. Rückkehr ist für Sonntagabend/nacht geplant. Hoffentlich können wir ein Fußballspiel der Primera Division sehn…
Tim, der in San Sebastian studiert (kenn ich vom letzten Jahr) ist mit seinen Jungs zeitgleich im selben Hostel. [@ Tim: Rat mal wer in der Copa del Rey gegeneinander spielt. Genau: CF Malaga - San Sebastian. Vamos a ver, ob dem Club der Segunda ne Überraschung gelingt...]
Vale. Drei Weblogeinträge an einem Tag – mehr als genug…
Besitos y Abrazos
Michi
Naja, Real Sociedad San Sebastián wird ja nächste Saison wohl auch zweitklassig sein, wenns so weitergeht. Insofern wär die Überraschung nich sooo groß, Sonntag beim Heimspiel und die Woche drauf beim Auswärtsspiel auf Mallorca wird unser Fanclub ” Los barberos alemanes” die Jungs wieder fleißig unterstützen!
1 | Tim Oktober 11th, 2006 at 16:20In diesem Sinne, bis morgen und stell schon mal ein par San Miguel kalt im Hostal in Madrid…es werden keine Gefangenen gemacht;)
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