Published on Dienstag, September 5th, 2006 at 22:59

Ok, nach dem Bericht über die Fahrt hab ich mir jetzt noch die Zeit genommen, die ersten Tage zu schildern, die in etwa folgendermaßen vonstatten gingen:

Mittwoch, 30. August:

Wie bereits erwähnt kamen wir gegen 15.30 hier an und nach kurzer Irrfahrt fanden wir auch schnell mein Haus, das wirklich sehr im Zentrum liegt. Mehr oder weniger eine halbe Minute von der Kathedrale,

Kathedrale 1

Kathedrale 2

eine halbe Minute vom antiken Theater und dem Fuß der Burg Alcazaba,

Teatro antico

3 Minuten vom Picasso Museum und 4 Minuten vom zentralsten Punkt hier, dem Plaza de la Merced, entfernt. Von daher sieht man einigermaßen viele Touris hier rumlaufen. Die Straßen rundrum sind recht sauber, die Wohnung weitestgehend auch. Allgemein bin ich mit meiner Wohnung äußerst zufrieden. Bad ist in Ordnung, Küche mit kleinem Gefrierschrank, Kühlschrank sowieso, Waschmaschine und Backofen passt Ebenso. Von der Küche aus hat man Blick auf die Alcazaba. Der Blick aus meinem Fenster zeigt eine kleine, kurze Sackgasse, an deren Ende etwas ist, was einer Kirche ähnelt, in der sich aber laut Wegweiser ein “Museo del arte sacro” befindet. Drin war ich noch nicht. Mein Zimmer hat neben einem Schreibtisch, einen in die Wand eingelassenen großen Schrank, Schreibtisch, Nachttischchen und natürlich ein Bett. Ein kleiner Balkon vor dem Fenster geht in Richtung Ostseite, so dass ich zwar morgens Sonne im Zimmer habe, aber nur beim Schreibtisch, nicht beim Bett. An der Stirnseite befindet sich der “Salon” im Grunde ein Wohnzimmer, das noch nicht ganz eingerichtet ist, hat jedoch 2 Couches, TV, DVD Player usw. Zudem Telefon, mit dem wir immer kostenlos ins spanische Festnetz, und überhaupt 1000 Minuten ins ausländische Festnetz pro Monat telefonieren können. Zimmer von der Wohnung werden noch folgen. Hier nur mal eines in die Gasse, von meinem Balkon runter:

Die Gasse aus meinem Fenster raus

Nachdem wir angekommen waren, ging ich mit den 3 Mädls erstmal ne Kleinigkeit essen, um danach durch die Gässchen der Altstadt zu schlendern. Die Mädls hab ich dann in einem großen Einkaufscenter namens “Corte Ingles” abgesetzt. Ich hab die Deutsche Bank gesucht, um festzustellen, dass meine Karte nicht funktioniert. Nach wiederholtem Versuch am Donnerstag und einer erfolglosen Anfrage bei der Deutschen Bank hier rief ich per Telefon Banking die Deutsche Bank zuhause an (ich möcht nicht wissen, was mich das gekostet hat). Jetzt wird mir ne neue Karte hierher versandt.
Abends gingen wir dann ne Kleinigkeit essen und dann auf den Plaza de la Merced, den ich sicher noch häufiger erwähnen werde, zur Botellon. Botellon ist das “sich Treffen von allen möglichen Leuten um in der Menge was zu trinken”.

4 Musketiere

Plaza de la Merced

Donnerstag, 31. August

Nach langem Schlaf fuhr ich nach El Palo an den Strand, wo ich letztes Jahr gewohnt hab um mich etwas zu bräunen. Es ist wirklich nicht gerade kühl hier… ;-)

Abends war ich kurz mit den Mädls unterwegs…

Essen fassen

… danach mit Loreto und Freunden von ihr am Plaza.

Freitag, 01. September

Ich war nach Stadterkundung wieder am Strand in Palo, nachdem der Stadtstrand nicht so der Brüller sein soll. Hab dort etwas Vokabeln wiederholt, weil ich festgestellt hab, dass sich da doch einige große Lücken aufgetan haben. Der Dialekt hier ist auch nicht gerade einfach.

Abends ging man dann wieder weg, mit Loreto und Co. Das gute an Loreto ist, dass sie bisher 3 Jahre in London war und mir auch auf englisch etwas erklären kann. Bis heute war bei ihr eine Bekannte namens Claire aus London hier (auf dem Foto Loreto und Claire)

Loreto Claire

und wir gingen gingen Mitternacht (was hier nichts ungewöhnliches ist) essen ins “El Pimpi”, bei der ihre halbe Großfamilie dabeiwarn. Hier ich mit 2 Cousinen von ihr. Besos Besos sag ich nur. Hier ganz normal…

Cousinen y mi

Nach dem Plaza mit ziemlich vielen Verrückten (hier mit nem Bekannten von Loreto (tolle Boxershorts :-) ))

Gruppenfoto

gings in eine Disco, deren Name fällt grad leider nicht einfällt.

Chicos
Aber ich hab erfahren, dass die Chemical Brothers eines ihrer letzten Videos dort gedreht haben. Hier übrigens die neueste Anmachmasche in Spanien: Lange Kette und sie irgendwem mit umhängen und dann tanzen…

Anmachmasche

Samstag, 02. September

Gegen Mittag sind die Mädls in Richtung Westen weitergefahren und ich fuhr mit Christian, meinem Kollegen von der Uni Regensburg, der auch hier Winfo studieren wird, nach El Palo an den Strand. Seit diesem Tag bekomm ich jetzt immer “Palabras del dia” (Wörter des Tages) von meinen Mitbewohnern, die ich dann immer lernen soll ;-) .

Später dann am Plaza de la Merced (wo sonst am Wochenende) redeten wir mit ein paar anderen Leute. Polen, Slowaken, Deutsche, die alle entweder hier arbeiten oder studieren. Ist schon ganz witzig, was man alles so trifft.

Plaza de la Merced 2

Später kamen wir dann mit einer Spanierin namens Mireia ins Gespräch, die ihr Englisch auf Vodermann bringen will, weil sie nächstes Jahr nach New York will, Spanien nicht mehr sehn will usw. Außerdem studiert die Wirtschaft hier und konnte uns dazu einige (kleine) Tipps geben. Mit der hatten wir dann ein Treffen für Sonntag ausgemacht. Später suchten wir noch ein, zwei Discos auf.
Discobesuch

(auf dem Foto mit einem Schwarzen – keine Ahnung wer das war – einem aus Aachen und Chris). Gegen 5 war ich zuhause und das ist hier echt früh. Da man ja erst spät abends isst, geht man automatisch später weg. Oft kommts vor, dass die jungen Leute bis morgens in die Clubs gehn, dann frühstücken in einem Cafe und erst danach ins Bett gehen. Schon Hammer im Vergleich zu Deutschland….

Sonntag, 03. September

Nach Ausschlafen ging ich ins Bad und stellte fest, dass das Waschbecken so halb demoliert ist. Nach Nachfrage bei einer etwas müden Loreto erklärte sie mir, dass wohl ein Freund von ihr mit irgendeiner, naja, ein zwischenmenschliches Verlangen im Bad hatte. Hehe. Naja, is nich so schlimm. Heute wurde begonnen, es zu reparieren. fuhr ich nochmals alleine zum Strand raus zum Sonnen und etwas Vokabeln lernen. Und abends waren Christian (M.) und ich mit Mireia (r.) und deren Freundin Andrea (l.), die voll des Sprachentalent ist und bald nach Paris gehen wird, Tapas essen.

Andrea, Chris, Mireia

Ok, ihrem Englisch fehlt noch etwas und besonders wenn Christian manchmal losgelegt hat, war sie etwas begriffsstutzig. Für das, dass sie hier lebt, konnte sie uns nicht mal ne typische Tapasbar zeigen. War aber dann ganz ok. Falls wir Kurse haben, die sie schon belegt hat, können wir die Unterlagen von Mireia haben. Das wär zumindest schonmal ne Hilfe. Wirtschaftskurse sollten bei uns laut ihrer Aussage immer abends sein.
Eis ist hier teuer. 2.50 EUR für 2 Kugeln. Wir ham echt gedacht, uns trifft der Schlag. Danach gings einigermaßen bald ins Bett.
Montag, 04. September

Mittags gings erstmals in Richtung Uni in den Campus “El Ejido”, der sich ca. 600 Meter von meiner Wohnung entfernt befindet. Dort werde ich meine Wirtschaftskurse haben. Informatik ist am größeren Campus in “El Teatinos”, ca. 4 Kilometer auswärts in Richtung Flughafen (glaub ich). Dort befindet sich auch einer der größten Sportunibereiche Spaniens. Ich schätz mal, dass es ca. 200 Erasmusstudenten hier gibt, die dieses Wintersemester anfangen. Der Hörsaal war recht voll, die Technik mit Video und Powerpointpräsentation funktionierte gar nicht bzw später. Ich seh schon, Wirtschaftsinformatiker werden hier gebraucht :-D . Die ganze Session in spanisch und etwas englisch dauerte knappe 3 Stunden. Dort lernten wir Lena und Nik bzw. Jerka von der Uni Münster kennen. Erstere war schonmal 10 Monate Aupair in Madrid. Ihr spanisch ist von daher etwas sehr viel besser, was uns seitdem manchmal geholfen hat. Später gabs noch kostenlos Tapas und Getränke an der Uni. Chris, der zwar ne Wohnung hatte, jedoch in einem etwas äußeren Viertel, wo der Fußweg (wie ich heute gesehn hab) nicht so vertrauenserweckend erscheint, und die anderen beiden wwaren auf großer Wohnungssuche und rissen so jeden möglichen Zettel ab, den man sich vorstellen kann. Leider ist Spanien hier etwas sehr diskriminierend. Sehr oft nur Zettel mit Vermietungen, jedoch aber mit Hinweisen “Busca chicas” oder “solamente chicas” (nur Mädls eben erwünscht)… Dann war auch endlich mein Laptop hier und nachdem ich erstmal zu dumm war, das Wlan zu aktivieren (kein Wunder warums erst nicht ging) und Problemen mit dem Netzgerät (Stecker ziehen hilft immer :) ) funktionierts jetzt prächtig. Chris hat sich auch mal eingeloggt. Abends gingen wir vier (die Münsteraner, Chris und ich) ne Kleinigkeit essen um dann noch nen Drink zu nehmen, da Chris kurz zuvor ne andere Wohnung gefunden hatte.

Unterm Tag waren Handwerker hier, die bei der Finnin, deren Namen ich mir absolut nie merken kann, ne Wand einzuziehn.

Dienstag, 05. September

Heute kamen um halb 11 Jerka und Lena, um ihre Laptops bei mir unterzustellen, weil sie aus ihrem Hostel raus mussten. Die gingen anschließend auf Wohnungssuche. Um 12 kam Chris, der seinen Koffer etc. brachte (mein Zimmer wurde quasi zur Gepäckaufbewahrung ;-) ). Nach etwas Surfen im Netz mussten wir zur Sprachschule Einstufungstest. Naja, keine Ahnung. Alle Zeite kann ich ja noch nicht. War so ein Multiple Choice Grammatiktest. Einigermaßen sollte es schon gegangen sein. Morgen gibts die Ergebnisse bzw. Nachricht, in welchen Kurs man kommt und wann die stattfinden. Nachmittag is halt immer doof zwecks Strand, vormittags zwecks aufstehn weil man allgemein immer später ins Bett kommt als zuhause.

Danach war unbedingt erstmal essen angesagt im Telepizza. Jerka hatte dann auch ne Wohnung am Plaza de la Constitucion gefunden, Lena hatte heute so 6 oder 7 Besichtigungstermine. Dann ging ich mit Chris unterstützend zu seiner alten Wohnung um den Mitbewohnern, die eh etwas komisch waren, mitzuteilen, dass er nach 3 Tagen wieder ausziehen will, was dann nach kurzer Diskussion auch geklappt hat. Das Viertel ist echt nicht ganz so schön. Direkt darunter ist zwar der Stadtstrand, aber der Weg zum Viertel… ich weiß nicht. Am Tag gehts, aber nachts. Und links vom Strand gleich der große Containerhafen…

Zu sagen bleibt noch, dass heute ein anderer Spanier eingezogen ist. Auch Malaganese mit Spange und so nem Dialekt, dass ich außer nem genuschelten Hasta luego aber auch gar nichts verstanden hab. Loreto ist seit Sonntag ziemlich krank und ich hoff, dass sie mich nicht ansteckt. Das hätt mir noch gefehlt….

Sodala, das wars bisher. Ich hoff Euch allen gehts gut und die Regensburger fühlen sich noch nicht allzu genervt vom Papstfieber ;-)

Viele Grüße aus Málaga und bis demnächst.
Michi

p.s.: Ich hab meine Adresse, spanische Handynummer (Vodafone) und Festnetztelefon im Impressum hinterlegt.

Saludos amables!

Related Posts

3 Responses to “Die ersten Tage”

  1. Hi Michi,

    nett das ganze Mal aus einer anderen Sicht zu lesen ;-)

    Hasta luego

    Chris

  2. Die Andrea heißt übrigends Maria… aber sonst ;-)

  3. Joe…

    Check out my domain sometime….

Leave a Reply

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>


About Me

Mein Name ist Michael Lang, studiere Wirtschaftsinformatik/Diplom an der Universitt Regensburg. Das Wintersemester 2006/2007 werde ich an der Uni Mlaga in Spanien verbringen.