Ja, so ist das hier. Ein deutlicher Unterschied zum letzten Jahr. An jeder Ecke sind Gehsteige aufgegraben, Häuser und öffentliche Gebäude werden renoviert, sogar ihr geliebter Park ohne Namen – einfach “Parque” (bei uns würde man das als einen etwas breiter geratenen schön geschmückten und gepflegten Grünstreifen betrachten) befinden sich LKWs, Schutt und schwitzende Arbeiter. Selbst die Hauptverkehrsstraße davor ist teilweise gesperrt, so dass auch manch Fußgänger mit den Gehsteigen seine Schwierigkeiten hat (ich weiß wovon ich rede). In der Altstadt sind manche Pflaster einfach weggerissen. In diesem Moment ist man froh, keine Frau zu sein, die hin und wieder Stöckelschuhe trägt. Ich spreche hier nicht von den Vorortvierteln (obwohl sich selbst da so einiges bewegt), nein ich rede mehr vom Zentrum.
Und warum das alles? Eine vernünftige Antwort ist mir noch nicht eingefallen. Hat die EU ihre Subventionen erhöt? Sollen sich die illegalen Einwanderer aus Afrika wohler fühlen
Oder doch alles für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt? Man darf gespannt sein. Ich jedenfalls finde es gut, dass sich auch im Süden Europas einiges bewegt, dass etwas vorangeht (wenn auch langsam – weil an Herzinfarkt stirbt hier keiner).
Es ist ja auch schon etwas bezeichnend, wenn auf Seite 2 der “20 Minutos” (einer kostenlosen Lokalzeitung, die immer in unserer Sprachschule ausliegt), vergangene ausführlich darüber berichtet wird, das im (etwas heruntergekommenen Viertel) Huelin die Gehsteige und Straßen gereinigt werden, um diesem Stadtteil ein “schöneres Aussehen” zu bescheren. Meiner Meinung nach gehört da etwas mehr dazu. Zum Beispiel die Renovierung und Instandhaltung der mehrgeschossigen Wohnhäuser.
Sei es wie es sei. Der Wille ist erkenbar. Die Alcazaba (Burg) jedenfalls bleibt (bisher) gottlob von Erneuerungen verschont.
Gschmarre Ende